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Kielwasser

Nachrichten von Bord

Antigua Bermuda Race 2018

Am Vormittag des 9. Mai legen wir versorgt mit Diesel, Wasser und Lebensmitteln unseren Liegeplatz in der Antigua Yacht Club Marina. Wir sind zu fünft an Bord, da zwei Crewmitglieder kurzfristig absagen mussten. Das ist nicht üppig für eine Seeregatta von 1000 sm Länge, aber mit ein paar Änderungen im Wachsystem gleichen wir das problemlos aus.

Der Start, für 12 Uhr geplant, verzögert sich etwas, da die Pinend Boje noch nicht an ihrem Platz liegt, aber nach kurzer Wartezeit geht das bunt gemischte Feld über die Startlinie. Wir segeln hier mit einer aufgemotzten, das heißt mit Kielverlängerung versehener Volvo 70, Class 40 , Racern wie Varuna in der gleichen Gruppe.
Bei frischem Ostpassat und 2 Metern Welle geht es östlich um Antigua herum, der Generalkurs liegt bei 350 Grad über Grund und nach einigen Kreuzschlägen geht’s auf den langen Reach nach Bermuda. Um Barbuda teilt sich das Feld, das sich erwartungsgemäß langsam auseinander zieht. Der Wind bleibt vorläufig auf Ost und nimmt langsam ab, leider bleibt uns die Welle erst einmal erhalten und am 2. Tag dümpeln wir stundenlang in Rigg und nervenzermürbenden Bedingungen.
Für eine halbe Stunde kommt die Maschine ins Spiel nachdem andere Boote in AIS Reichweite schon früher aus dem Loch herausmotort sind.
Nach CSA Vermessung erlaubt, aus der IRC Vermessung nicht, damit schrumpft die IRC Flotte deutlich.

Nachts gehen ein paar heftige „squalls“ durch, die vor allem mit kräftigen Drehern und sprunghafter Windzunahme den Rudergängern zu schaffen machen. Einer dieser Dreher beschert uns eine „crashjibe“, die den Großschotwagen beschädigt. Die vorsorglich angebrachte Sicherheitslasching verhindert ein Abreissen der Schot und damit Schlimmeres.


Das Wetter bleibt sehr schön, der Wind nimmt allerdings ab und zwingt uns aufgrund der Dünung auf einen etwas östlicheren kurs, der gerade Weg funktioniert leider beim Segeln nicht immer. Der Genaker geht rauf und im Gegensatz zu den Racern gibt es bei uns an Bord nicht nur Gefriertütennahrung, sondern frisches Gemüse und andere Leckereien. Und vernünftig schlafen ist bei uns auch möglich!
Der Wind wird immer leichter und raumer, sodas wir den Genaker gegen den Leichtwindspinaker tauschen, schon eine schöne Leistung für unsere Crewstärke und Erfahrung.
Wir müssen sogar zeitweise das Gross einpacken, da es die leichte Blase vorn nur stört. Aber wir halten auch bei Geschwindigkeiten unter 3 Kn noch durch und am Ende, nach Auffrischen und Rechtdrehen des Windes kurz vor dem Ziel, steht noch ein nächtliches Spibergemanöver an, das nach ausführlicher Planung und Vorbereitung ohne Probleme gelingt.

Im Morgengrauen runden wir die Ansteuerungstonne des St. Georges Channels im Osten Bermudas und damit die Ziellinie.
Wir müssen noch kurz ankern, bevor wir zum Einklarierungsprozedere an die Pier verholen können und erfahren, das wir in der CSA Wertung tatsächlich den 3.Platz nach berechneter Zeit ersegelt haben!

Eine tolle Mannschaftsleistung, alle sind happy und freuen sich auf die Party im Royal Bermuda Yachtclub.

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