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Von Inverkip nach Cowes

Unsere Reise beginnt in Inverkip, einem kleinen Ort im Westen Glasgows. Wir wollen zur englischen Südküste, und natürlich hat „Wetter“ das auch schon mitbekommen. Wir befinden uns an der Westflanke eines abschwächenden Hochs über den britischen Inseln und das beschert uns leichte, unstete Winde aus generell südlichen Richtungen.

Das spricht natürlich nicht für ein schnelles, geradliniges Vorankommen, aber wieder einmal zeigt sich, dass genau darin der Reiz des Reisens unter Segeln liegt.
Wenn die Maschine abgeschaltet bleibt, entdeckt  man Orte, die ansonsten ungesehen blieben. Ardrossan in Schottland und die schöne, ruhige Ankerbucht „Mill Bay“ im nordirischen county Antrim werden so von uns entdeckt. Das geht nur ohne definierten Fahrplan, Dantés ist kein Kreuzfahrtschiff.

 

Längere Zeit könnten Nordwales oder Dublin unser nächstes Ziel werden, die Entscheidung  hängt von kleinen Winddrehern ab. Es wird Dublin, wir liegen in einer kleinen, rustikalen Marina mitten in der Stadt. Ein Mitsegler möchte unbedingt die Bronzestatue von „Thin Lizzy“ Frontmann Phil Lynott ausfindig machen, und so macht sich die ganze Crew bei zeitweise kräftigem Regen auf die Pilgerreise. Wir finden ihn, und natürlich belohnen wir uns mit einigen pints irischen ales und einem hervorragenden Abendessen.

Kaltfrontdurchgang. Endlich verheißt der Wetterbericht Nordwest. Unsere Chance, Strecke nach Süden zu machen, vor allem, da der von Südwesten herankriechende neue Hochdruck uns im englischen Kanal Ostwind bescheren wird. Aber auch viel Sonne!
Wir machen uns mit dem anfangs noch etwas wackeligen NW auf einen langen Schlag, solange, bis uns der Wind auf die Nase dreht. So passieren wir bei schöstem Wetter die keltische See, die Scillies, Lands End und Lizard Point mit seinem markanten, weissen Leuchtturm der traditionell das Ziel aller um das „Blaue Band“ kämpfender Atlantiküberquerer war. Als wir Eddystone Lighthouse querab haben kommt der Dreher, und wir laufen nach Plymouth, wo wir uns einen Tag zum Ausspannen und Sightseeing gönnen. „The Barbican“, die „Plymouth Gin destillery“ werden besucht und natürlich der eine oder andere Tropfen dieses Hausmittels an Bord gebracht von dem es heißt, das kein Schiff der britischen Navy je ohne ihn ausgelaufen ist.

In gemütlichen Tagesreisen geht es dann über Dartmouth und durch  die Stromschnellen am berüchtigten Bill of Portland zum Needles Channel im Westen der Isle of Wight. Yarmouth liegt noch auf dem Weg bevor wir unsere sehr abwechslungsreiche Reise in der East Cowes Marina beenden. Trotz zeitweise widriger Winde haben wir über 600 Segelmeilen geloggt, die Maschine hat sich gelangweilt.

Unsere Flexibilität und Geduld hat uns, die Crew ist sich einig, eine tolle Reise beschert.

Beiträge aus dem Kielwasser